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Das goldene Bild von Senftenberg

Hallo Ehrfried Hentschel, Sohn von Hugo Hentschel, schön dass ich mich hier zu Wort melden kann.

Wie mit dir telefonisch besprochen, hier einige Hinweise und Ausführungen zu dem Bild unter "News": Senftenberg wird Klein Venedig.
Es handelt sich bei diesem Bild um ein Wandbild, und es ist heute im Senftenberger Museum (Schloss) zu besichtigen.
Das Wandbild stammt von meinem Vater Günter Wendt, mit dem Titel "Das feste Haus (Renaissance-Schloss) und die Stadt Senftenberg" aus dem 13. Jahrhundert.

Das Bild wurde durch Umbauten im Museum zerstört. Der Senftenberger Maler Kurt Hübner -Schüler von G. Wendt, hatte das Bild nach alten Plänen wiederhergestellt. Du kannst es, wie gesagt, heute in der ehemaligen Waffenkammer des Senftenberger Museums betrachten.

Das goldene Bild Senftenberg

"Das goldene Bild von Senftenberg" um 1580.
Im Jahr 1290 werden Johann und Konrad von Senftenberg als erste Besitzer der Burg genannt.

Ein weiteres Bild dieser Art hängt im Senftenberger Rathaus, es trägt den Namen "Das goldene Bild von Senftenberg". Mein Vater hatte es in den 30er Jahren geschaffen, es ist das gleiche Motiv, aber auf Blattgold gemalt.
Die ehemalige DDR Bürgermeisterin wollte das Goldene Bild, dass sich zu dieser Zeit im Rathaus befand, vernichten lassen, weil es aus der Nazizeit stammte (1939). Kunst spielte dabei keine Rolle, sie übergab das Bild dem damaligen Hausmeister mit dem Hinweis, er soll das Bild in der Heizungsanlage verbrennen! Nur durch die Umsicht des Hausmeisters wurde dieses Bild vor der Vernichtung bewahrt.
Noch ein Tipp. Es gibt mehrere kleine Bildbände über Senftenberg. Du bekommst sie in der SFB-Info am Kirchplatz. Auf einem der Bände ist als Titelbild auch das goldene Bild von SFB zu sehen.

Falsch ist die Behauptung deines verstorbenen Opas, dass SFB einst Sumpftenburg genannt wurde !! Genauso falsch ist die Behauptung von anderen Leuten, das Senftenberg Sanft am Berge hieß. Der südliche Koschenberg war früher 176 m NHN hoch und die ehemaligen, nördlichen Raunoer Weinberge 140 m NHN, sie wurden 1983/84 durch den Braunkohletagebau Meuro abgebaggert. Im Volksmund "Höhe 304" genannt, nach einer im ersten Weltkrieg hart umkämpften Erhebung vor Verdun.
Für diese beiden Behauptungen gab es nie einen historischen Nachweis. Die früheste Urkunde von und über Senftenberg lautete, damals wie auch heute, SENFTENBERG.
Dass es hier früher sehr sumpfig war und es viele Gräben und Kanäle gab, ist richtig, sonst hätte es sicherlich auch keine Braunkohle gegeben.
Fast jeder Einwohner hatte damals seinen eigenen Kahn und es gab viel Fisch, deshalb war dein Opa Angler. Nach der Fertigstellung des Senftenberger Schlosses wurde damals das Umfeld künstlich geflutet, indem man die Schwarze Elster, die Storchelster und die Wolschinka anzapfte. Auf Sorbisch lautet Senftenberg Zły Komorow = Schlimmer Mückenberg, das sagt ja wohl alles.

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Das feste Haus im Sumpf (Schloss)

Solche Schlösser wurden öfters in Nordeuropa gebaut.

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Das 1420 (1574) erbaute Schloss Kronborg in Helsingr, nrdlich von Kopenhagen (Dänemark) hat viel Ähnlichkeit mit unserer Schloss-Festung.

Falls es dich interessieren sollte, dann kannst du es in der Familienchronik meiner Vorfahren nachlesen, darin wird SFB beschrieben, wie es aussah bevor der Braunkohlen Bergbau in diese Gegend kam.
Ich hoffe, ich konnte deine Frage beantworten.

Mir ist da noch etwas eingefallen, auch das neue Senftenberger Stadtwappen hatte mein Vater 1947 entworfen und es wurde dann auch so übernommen.

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Das heutige Senftenberger Stadtwappen. Das alte Wappen wurde von der damaligen Besatzungsmacht verboten. Aus Schwertern (zu Pflugscharen), wurde Schlgel und Eisen.

Für die Veröffentlichung der Bilder hast du natürlich meine und meines Vaters Genehmigung. Es ist gut wenn Tradition gepflegt wird !!
Schön finde ich deine Ausführungen und Kritiken, und dass du dich immer darum bemühst, Neues und Altes aus der Region aufzuführen - hier nachzulesen.
Spitze-weiter so !!

Danke und freundliche Grüße

Till Wendt